Fachverlag x-technik
search
 

Schließen

PDF


Leichtmetallforschung von ForMAT

: AIT


Mit Ende des Jahres 2013 wurde am LKR Leichtmetallkompetenzzentrum Ranshofen, einem Tochterunternehmen des AIT Austrian Institute of Technology das Projekt „ForMAT“ nach 4-jähriger Forschungsarbeit erfolgreich beendet – eine Mission, in der es um die Verbesserung der Formbarkeit von Aluminium und Magnesium ging.

/xtredimg/2014/Wanted/Ausgabe108/4761/web/0Umform_Dilatometer.jpg
LKR-Mitarbeiterin Iris Baumgartner am Umformdilatometer.

LKR-Mitarbeiterin Iris Baumgartner am Umformdilatometer.

Die nachhaltige Nutzung von Ressourcen und die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit sind gesellschaftspolitisch höchst relevante Themen. „ForMAT – Forming Materials Aluminium and Magnesium“ – leistete durch maßgebliche Technologieimpulse einen wesentlichen Beitrag dazu, die Formbarkeit von Leichtmetallen für gewichtssparenden und daher emissionsreduzierenden Leichtbau in Verkehrsmitteln voranzutreiben.

„Durch die Entwicklung von neuen Verfahren zur Verbesserung der Umformbarkeit, also Biegen oder Pressen von Leichtmetallblechen und -werkstoffen, können neue Anwendungsfelder in der Mobilität erschlossen werden. Und das zeigt Wirkung. So bringt bereits eine Gewichtseinsparung von 100 kg im Fahrzeug eine Reduzierung des CO²-Ausstoßes um ca. 6 %“, so der Leiter des Projektes am LKR, Gerhard Schmid.

Leichtbau im Trend

Kein Wunder, dass hier große Hoffnungen auf die Werkstoffe Aluminium und Magnesium gesetzt werden. Der Trend zum Einsatz von Leichtmetallen und Leichtbauweisen in Verkehrsmitteln ist jedenfalls gegeben – auch im Hinblick darauf, dass künftig Elektrofahrzeuge an Marktanteil gewinnen werden. „Aluminium ist nicht nur leicht, sondern hat auch sehr gute Korrosionseigenschaften und kann zudem bei niedrigen Temperaturen verarbeitet werden. Damit sinken auch die Energiekosten für Herstellung und Recycling, listet Andreas Kraly, Geschäftsführer am LKR in Ranshofen die zahlreichen Vorteile der Fliegengewichte unter den Metallen auf.

Arbeit an der Crashtauglichkeit

Strukturbauteile
wie etwa in Autorahmen müssen sowohl leicht als auch – im Falle eines Aufpralles – sicher sein. Ein besonders kritischer Teil des Rahmens ist die mittlere Verbindung zwischen Fahrzeugboden und Fahrzeugdach, die so genannte B-Säule. Diese wird überwiegend aus hochfesten Stählen hergestellt. Die Verbindung dieses Stahlteiles mit der umgebenden Aluminiumfläche ist allerdings nicht unproblematisch, da sowohl die Fügetechnik als auch die Korrosion an den Kontaktflächen beherrscht werden müssen. Eines der Ziele war deshalb, auch solche anspruchsvollen Bauteile aus Aluminium zu fertigen.

Mix aus Experiment und Simulation

Basis all dieser Forschungsaktivitäten ist der Einsatz sowohl numerischer Simulation als auch experimenteller Methoden. So werden durch Experimente im Labor die Werkstoffkennwerte, also die mechanischen Eigenschaften der neu entwickelten Materialien, ermittelt. Diese wiederum dienen gemeinsam mit den Prozessparametern wie Temperatur etc. als Eingangsdaten für die Berechnungsmodelle am Computer. Die Gültigkeit der errechneten Computermodelle wird dann wieder anhand realer Bauteile überprüft – und bei Bedarf entsprechend angepasst.

Für diese Nagelprobe im Labor konstruierten die ForscherInnen die jeweiligen Umformteile als Prototypen. Die im ForMAT-Projekt gewonnenen Erkenntnisse wurden bereits in zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen und Beiträgen auf internationalen Konferenzen der Fachwelt präsentiert.

Das Projekt, an dem namhafte österreichische Partner aus der Industrie sowie einige Universitäten mitgewirkt haben, wurde im Rahmen von EFRE, einer Regionalförderung von EU und Land OÖ, ermöglicht. Von Seiten der Industrie besteht großes Interesse, diese Arbeiten weiterzuführen. Forschungsgelder dafür wurden bereits beantragt.

www.lkr.at


Zum Firmenprofil >>


Bericht in folgenden Kategorien:
Forschung & Entwicklung, Oberösterreich

Special Messe-Specials

Im Gespräch

/xtredimg/2021/Additive%20Fertigung/Ausgabe338/23044/web/Ariel_IFW-Dresden_IMG_9484_display2.jpgOphir Messtechnik sorgt für strahlende Qualität
In der Zerspanung ist das Messen der Werkzeuge vor und zwischen Bearbeitungsschritten gang und gäbe, um eine gleichmäßige Performanz und Ergebnisqualität zu gewährleisten. Das legt nahe, auch in der Additiven Fertigung entsprechend vorzugehen. Wie wichtig das bei laserbasierten Verfahren ist und wie man dabei vorgehen kann, verrät Christian Dini, Director Global Business Development bei der Ophir Spiricon Europe GmbH. Das Interview führte Georg Schöpf, x-technik
Interview lesen >>

Newsletter abonnieren