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Haidlmair hebt Qualitätssicherung auf eine ganz neue Ebene

: Haidlmair


Der Premium-Hersteller von Spritzgusswerkzeugen Haidlmair GmbH bündelt seine Kompetenz im Bereich der Additiven Fertigung, der Messtechnik und der Qualitätssicherung in der neuen Business-Unit Advanced Technologies. So will man neue Branchen adressieren und flexibler auf die Anforderungen des Marktes reagieren. Von Georg Schöpf, x-technik

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Eine naturgetreue Nachbildung der berühmten Saliera aus dem 16. Jahrhundert war eines der ersten Projekte im Bereich Kunst und Archäologie bei Haidlmair.

Eine naturgetreue Nachbildung der berühmten Saliera aus dem 16. Jahrhundert...

Dass die Haidlmair GmbH aus dem oberösterreichischen Nussbach zu den ersten Anlaufstellen für hochpräzise Werkzeuge und Formen zählt, ist in der Spritzgusswelt schon längst kein Geheimnis mehr. Dass man in dem traditionsreichen Familienunternehmen aber auch auf hochinnovative Technologien baut und dabei neue Maßstäbe in der Welt des Werkzeug- und Formenbaus setzt, weiß noch nicht jeder.

„Wir haben in den letzten Monaten viel dafür getan, das Thema Additive Fertigung bei uns zu etablieren. Wir wollten aber zuerst die Gesamtanforderungen in diesem Umfeld verstehen und für die nötige Infrastruktur sorgen, bevor wir unser Leistungsportfolio in diesem Umfeld der breiten Öffentlichkeit vorstellen“, verrät Stefan Knödlstorfer, Technischer Leiter und COO bei Haidlmair.

Technologisch bestens aufgestellt

Neben einer M2 LaserCusing-Anlage von Concept Laser für den Bereich Laserstrahlschmelzen von Metallteilen verfügt man bei Haidlmair auch über eine Fortus 900 mc FDM-Maschine von Stratasys und bildet bislang mit den beiden Maschinen sowohl den Bereich Prototypenfertigung für Kunststoffteile als auch die Herstellung von Metallkomponenten für Spritzgusswerkzeuge ab. Zusätzlich wurde in diesem Jahr ein Computertomograph von Yxlon in Betrieb genommen (Anm.: wir haben in der Ausgabe 2/2018 darüber berichtet). Ebenso wurde die aus dem nahen Kirchdorf stammende HDEMC GmbH, die sich mit industriellen optischen Messsystemen beschäftigt, in die Unternehmensgruppe integriert und ist seit dem Anfang Oktober dieses Jahres fester Bestandteil von Haidlmair.

„Wir haben dafür gesorgt, dass wir mit der geschaffenen Infrastruktur
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Als Fortus-System mit dem größten Bauraum (914,4 × 609,6 × 914,4 mm) ist der Fortus 900mc für schwierige Fertigungsanforderungen ausgelegt. Bei Haidlmair wird das System im Wesentlichen in der Prototypenfertigung eingesetzt.

Als Fortus-System mit dem größten Bauraum (914,4 × 609,6 × 914,4 mm) ist...

in der Lage sind, nicht nur Teile und Komponenten additiv zu fertigen, sondern diese auch sowohl optisch als auch radiologisch zu vermessen und damit die Qualitätssicherung auf eine ganz neue Ebene zu heben. Außerdem eröffnen uns die hinzugenommenen Verfahren zusätzliche, neue Betätigungsfelder“, weiß Knödlstorfer und spielt darauf an, dass Haidlmair bereits Projekte im Bereich Archäologie und Kunst erfolgreich begleitet hat.

Die Erweiterung des Betätigungsfeldes im Bereich der Additiven Fertigung hat bei Haidlmair einen besonderen Stellenwert bekommen. Wurden die Projekte bislang meist im Umfeld des Kerngeschäftes Werkzeugbau mitbetreut, wird es für den Bereich der Additiven Fertigung eine eigene Division im Unternehmen geben. „Wir werden unter dem bereits eingeführten Begriff Advanced Technologies künftig die Leistungen Additive Fertigung, Computertomographie und Messtechnik einer wesentlich breiteren Klientel zur Verfügung stellen“, so Knödlstorfer weiter.

Zusätzliche Betätigungsfelder erschließen

Technologisch sei man jetzt in der Lage, vom Teilescan über die Flächenrückführung bis zur Validierung eines additiv hergestellten Teils und dessen Nachbearbeitung, inklusive der erforderlichen Qualitätssicherung, alles aus einer Hand anzubieten. „Besonders im Archäologieumfeld ist man dadurch beispielsweise in der Lage, Exponate, die in umgebendem Material eingeschlossen sind, über einen CT-Scan virtuell freizulegen und über 3D-Druck eine geometrisch exakte Kopie herzustellen. Das eröffnet der Archäologie ganz neue Möglichkeiten bei der Beurteilung historischer und prähistorischer Funde.“

Softwareseitig
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Nach dem Scannen (Bild 1) wird das Teil mit der CAD-Geometrie (Bild 2) verglichen und die Abweichungen farblich gekennzeichnet (Bild 3).

Nach dem Scannen (Bild 1) wird das Teil mit der CAD-Geometrie (Bild 2) verglichen...

stehen dafür Atos Professional, Geomagic Wrap, Freeform von 3D Systems und Catia von Dassault Systèmes, sowie das bei Haidlmair in der Entwicklung eingesetzte Siemens NX zur Verfügung. „Eine durchgängige Lösung auch auf der Softwareseite ist aus unserer Sicht wesentlicher Bestandteil des Gesamtkonzeptes. Nur wenn man die Daten, die entweder per Scan oder Konstruktion generiert werden, durchgehend im Gesamtprozess mitführen kann, ist man in der Lage, erforderliche Änderungen zeitnah und damit effizient durchführen zu können. Das reicht eben auch bis in den Vergleich des Fertigungsergebnisses mit der Zielgeometrie“, fügt Thomas Großauer, Verantwortlicher für Qualitätssicherung bei Haidlmair, hinzu.

Diese Form der Qualitätssicherung nutzt man bei Haidlmair vorrangig in der Herstellung von Spritzgießwerkzeugen – lässt sich aber selbstverständlich auf alle Fertigungsbereiche übertragen. Die umfangreiche technologische Ausstattung bei Haidlmair habe schließlich den Ausschlag gegeben, das Leistungsportfolio insgesamt zu erweitern.

Eigene Business-Unit Advanced Technologies

Dass man den Bereich Advanced Technologies etwas vom Kerngeschäft entkoppeln möchte, hat einerseits organisatorische Gründe und andererseits möchte man das klare Signal setzen, dass Haidlmair ein breiteres Leistungsfeld abdecken kann als nur Werkzeugbau. „Natürlich wird der Werkzeugbau unser Kerngeschäft bleiben. In diesem Umfeld sind wir groß geworden und dort liegt auch unsere Kernkompetenz. Dennoch ist uns klar geworden, dass wir mit den Möglichkeiten, die wir im Hause haben, ein noch viel breiteres Betätigungsfeld bedienen können. Dem wollen wir Rechnung tragen und uns diese Felder auch konsequent erschließen“, so Knödlstorfer. Konkret
ist damit gemeint, dass die Business-Unit eben auch andere Industrien und Branchen weitab des Werkzeugbaus adressieren wird. Neben dem bereits erwähnten archäologischen Umfeld zählen dazu auch ganz konkret der medizinische, künstlerische und Industriedesignbereich. Auch in Bereichen wie der Energietechnik, allgemeiner Maschinenbau und Mobility kann man sich vorstellen, mit der Advanced Technologies Division einen Mehrwert leisten zu können.

„Wir haben schon jetzt gezeigt, dass wir die gesamte Wertschöpfungskette abbilden können und auch im Bereich der Additiven Fertigung und der Messtechnik enormes Know-how aufgebaut haben. Die direkte Übertragbarkeit in andere Betätigungsfelder ist eigentlich nur ein logischer Schritt. Indem wir die dazugehörigen Teilaspekte in einer Business-Unit zusammengefasst haben, machen wir unsere Leistungsfähigkeit in diesem Bereich nach außen transparenter und können so flexibler auf die Anforderungen aus dem Markt reagieren“, fasst der COO abschließend zusammen.

Eine naturgetreue Nachbildung der berühmten Saliera aus dem 16. Jahrhundert war eines der ersten Projekte im Bereich Kunst und Archäologie bei Haidlmair.
Als Fortus-System mit dem größten Bauraum (914,4 × 609,6 × 914,4 mm) ist der Fortus 900mc für schwierige Fertigungsanforderungen ausgelegt. Bei Haidlmair wird das System im Wesentlichen in der Prototypenfertigung eingesetzt.
Nach dem Scannen (Bild 1) wird das Teil mit der CAD-Geometrie (Bild 2) verglichen und die Abweichungen farblich gekennzeichnet (Bild 3).
Oberflächenvermessung mit ATOS III TS. Mit der Zusatzoption Photogrammetrie ist man in der Lage, auch große Bauteile und Komponenten wirksam zu überprüfen und zu scannen.


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