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Das richtige Verfahren nutzen

: BIBUS


Dass die Additive Fertigung schon vor über zehn Jahren in Österreich angekommen ist, beweist die Bibus Austria GmbH. Als Anbieter von Dienstleistungen und Geräten für generative Fertigungsverfahren sorgt das Unternehmen für den erforderlichen Know-how-Transfer, damit der Einstieg in die Additive Fertigung gelingen kann. Autor: Georg Schöpf / x-technik

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Im Stereolithographieverfahren lassen sich einbaufertige Teile, wie Steckergehäuse (links) oder ein Gehäuse für ein Headset (rechts), mit hervorragender Oberflächenqualität herstellen.

Im Stereolithographieverfahren lassen sich einbaufertige Teile, wie Steckergehäuse...

Seit 1989 ist Bibus Austria Partner der österreichischen Industrie für hydraulische, pneumatische und mechatronische Komponenten mit den Kernkompetenzen Entwicklung, Logistik und Service. Vor über Zehn Jahren ist mit Einführung des E-Manufacturing ein weiteres Geschäftsfeld hinzugekommen. „Unser Ziel war es von vornherein, mit dem Thema Additive Fertigung auch das Feld des Rapid Manufacturing zu adressieren und nicht nur das Prototyping“, erklärt Bernt Tröster, Geschäftsführer der Bibus Austria GmbH. Als Lösungsanbieter steht für Tröster dabei immer der konkrete Anwendungsfall des Kunden im Vordergrund. „Es gilt zu verstehen, wozu der Kunde das Bauteil verwenden möchte“, so der Geschäftsführer und unterscheidet dabei klar die Bereiche Rapid Prototyping und Rapid Manufacturing.

Das richtige System wählen

„Beim Rapid Prototyping geht es oft um Ansichts- und Designmodelle oder aber um Funktionsbauteile, deren endgültige Form oder Beschaffenheit noch nicht klar definiert ist. Beim Rapid Manufacturing aber steht das verwendbare Bauteil im Fokus, mit allen Anforderungen hinsichtlich Funktionalität, wirtschaftlicher Herstellung und kurzfristiger Verfügbarkeit“, geht er weiter ins Detail. Darum hat Bibus auch unterschiedliche Verfahren im Angebot. Angefangen hat alles mit den Z-Printern der ehemaligen Z-Corporation, die heute zu 3D Systems gehört. Mit diesen Systemen ließen sich bereits vollfarbige Modelle herstellen, was vor allem im Bereich Architektur, Industriedesign und der Konsumgüterindustrie Anwendung fand. Heute ist diese Technologie in den ProJet® X60 Systemen von 3D Systems zu finden. Zusätzlich bietet eine breite Palette an Systemen, die nach dem Multijet Modeling verfahren arbeiten, eine Werkstoffvielfalt,
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die für Funktionsteile und kleine Serien aus Kunststoff bestens geeignet ist. Auch die Kombination unterschiedlicher Werkstoffeigenschaften ist dadurch möglich. So können starre zusammen mit elastischen Werkstoffen verarbeitet und so innerhalb kürzester Zeit komplexe, flexible Funktionselemente erzeugt werden. Abgerundet wird das Sortiment durch Lasersintermaschinen von EOS. „Diese Systeme sind wirklich perfekt für das Rapid Manufacturing geeignet“, erklärt Tröster begeistert und führt weiter aus: „Für das Lasersintern stehen mittlerweilen eine Vielzahl an Werkstoffen zur Verfügung. Neben unterschiedlichen Kunststoffen, Verbundmaterialien und Metalllegierungen gibt es auch Sonderwerkstoffe. Damit eignen sich diese Geräte nicht nur für die Bauteilerstellung, sondern auch ganz besonders für die serienreife Form- und Formkernherstellung im Gießereibereich.

Spezielles Know-how erforderlich

Obwohl die Möglichkeiten zur schnellen und kostengünstigen Herstellung komplexer Bauteile durch die Additive Fertigung enorm gestiegen sind, sieht der Geschäftsführer aber Aufklärungsbedarf in der Industrie. „Für die Anwender in der Industrie gilt es zu erkennen, dass mit den generativen Verfahren der Faktor Komplexität nicht mehr zwingend kostentreibend ist. Trotzdem ist es wichtig zu verstehen, wo die Grenzen der einzelnen Verfahren liegen. Man darf nicht blauäugig davon ausgehen, dass man ein beliebiges CAD-Modell einfach an den Drucker schickt und nach wenigen Minuten kommt das fertige Teil heraus. Daten müssen überprüft
werden. Die Baulage muss passen und Supportstrukturen gegebenenfalls hinzugefügt werden. Das braucht schon spezielles Know-how“, mahnt Tröster.

Den Gesamtprozess abbilden

Als Gesamtlösungsanbieter kümmert sich Bibus nicht nur um das eigentliche Ausgeben der Bauteile auf dem jeweiligen Gerät. Auch in der Vorbereitung der Daten unterstützt das Unternehmen. Mithilfe professioneller Softwarewerkzeuge werden die CAD-Daten passend zum jeweiligen Verfahren vorbereitet. Zudem besteht die Möglichkeit, Teile zunächst im Auftrag bei Bibus herstellen zu lassen. Mit diesem Angebot richten sich die Niederösterreicher vor allem an mittelständische Unternehmen, welche die erweiterten Möglichkeiten Additiver Fertigung zwar nutzen möchten, aber derzeit noch nicht in eigenes Equipment investieren möchten. „Unsere Kunden können sich darauf verlassen, dass wir sie bei der Einführung des gesamten Prozesses unterstützen. Unser Ziel ist es, dass ein Anwender innerhalb kürzester Zeit die Vorteile der Additiven Fertigung möglichst weit ausschöpfen kann“, so Tröster abschließend.


Im Stereolithographieverfahren lassen sich einbaufertige Teile, wie Steckergehäuse (links) oder ein Gehäuse für ein Headset (rechts), mit hervorragender Oberflächenqualität herstellen.
Werkstücke aus Alumide®, ein Verbundwerkstoff aus Aluminium und Polyamid, zeichnen sich durch hohe Steifigkeit, metallisches Aussehen und gute Bearbeitbarkeit aus. Die Oberflächen von Alumide-Bauteilen sind durch Schleifen, Polieren oder Beschichten leicht zu veredeln.



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In der Zerspanung ist das Messen der Werkzeuge vor und zwischen Bearbeitungsschritten gang und gäbe, um eine gleichmäßige Performanz und Ergebnisqualität zu gewährleisten. Das legt nahe, auch in der Additiven Fertigung entsprechend vorzugehen. Wie wichtig das bei laserbasierten Verfahren ist und wie man dabei vorgehen kann, verrät Christian Dini, Director Global Business Development bei der Ophir Spiricon Europe GmbH. Das Interview führte Georg Schöpf, x-technik
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