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Zuversichtlich in die Zukunft

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Interview mit Ing. Mag. Bernd Tröster, Geschäftsführer der Bibus Austria GmbH. Der Systemlieferant aus dem niederösterreichischen St. Andrä-Wördern ist seit der ersten Ausgabe in jedem Heft des Fachmagazins Additive Fertigung vertreten. Bernd Tröster, der Geschäftsführer des renommierten 3D-Druck-Systemanbieters, verrät, worauf es im Moment ankommt.

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Bernd Tröster, Geschäftsführer der Bibus Austria GmbH.

Bernd Tröster, Geschäftsführer der Bibus Austria GmbH.

Herr Tröster, die momentane Situation ist ja für die meisten Unternehmen eine große Herausforderung. Wie geht Ihr mit der Situation um?

Wir wurden von der Codvid-Krise etwas zeitverzögert getroffen. Wir sind ja auch im Geschäft mit Industriekomponenten und Baugruppen tätig, zahlreiche Kunden wollten noch Anlagen fertigstellen. Wir waren im März noch über Budget und im April knapp darunter. Ab Mai hat uns der Umsatzverlust dann hart getroffen, sodass wir ab Juni in Kurzarbeit gegangen sind. Diese lassen wir nun, wie geplant, nach drei Monaten auslaufen. Unser Geschäft ist zwar noch immer nicht ganz auf Kurs, erholt sich aber langsam. Problematisch ist, dass derzeit keine Investitionsbereitschaft gegeben ist, dies beginnt nun, auch durch Förderungen und Prämien, besser zu werden. Interessanterweise ist es uns gelungen, auch zum Höhepunkt der Krise, einige Printer im unteren Preissegment zu verkaufen.

Wie wirkt sich die momentane Situation für Euch im Bereich der Akquise und des Marketings aus?

Es ist ausgesprochen schwierig, qualifizierte Besuchstermine zu bekommen. Entweder sind die Ansprechpartner im Homeoffice und/oder auf Kurzarbeit. Wir haben unsere Demo-Days in unserem hauseigenen Showroom, die normalerweise im Juni stattfinden, aufgrund der Covid-Krise verschoben. Diese finden
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Der Neubau des Firmengebäudes geht zügig voran. Schon im Dezember soll das neue Lager bezogen werden und im Mai das neue Firmengebäude.

Der Neubau des Firmengebäudes geht zügig voran. Schon im Dezember soll das...

nun von 21. bis 24. September statt, wir hoffen hier wieder auf regen Besuch.

Welchen Stellenwert hat die Fachpresse für Euch als Pionier im Bereich der Additiven Fertigung in Österreich?

Diese hat für uns einen relativ hohen Stellenwert – der große Vorteil ist, dass es hier nicht so eine starke Fragmentierung von unterschiedlichen Magazinen gibt, wie das sonst im Bereich der Industriekomponenten der Fall ist. Hier hat das Magazin Additive Fertigung ein Alleinstellungsmerkmal in Österreich – und wir hoffen, dass dies so bleibt.

Werden durch das Wegfallen von Messen und Veranstaltungen die anderen Medien Ihrer Meinung nach an Wichtigkeit gewinnen?

Ich könnte mir vorstellen, dass dies so ist, kann dazu aber nur schwer eine qualifizierte Aussage machen. Die Kunden recherchieren hier zwischenzeitlich sehr viel selbst.

Welche Erfahrungen habt Ihr mit virtuellen Veranstaltungen und Meetings oder Ähnlichem gemacht?

Echte Veranstaltungen haben wir nicht virtuell abgehalten, Gespräche und Verhandlungen mit einzelnen Kunden natürlich
schon. Zudem haben wir alle Jour-Fixes und Team-Meetings digital abgehalten, hier hatten wir auch sehr gute Learnings. Wir mussten uns ja praktisch daran gewöhnen und viele Dinge lassen sich tatsächlich gut auf diesem Wege abwickeln; ganz lässt sich der persönliche Kontakt allerdings nicht ersetzen. Je kritischer das Thema ist, umso wichtiger ist der persönliche Kontakt.

Kann das AM-Geschäft von der Corona-Krise Ihrer Meinung nach profitieren? Und wie?

Langfristig sicherlich ja. Es geht darum, weniger von der Logistik abhängig zu sein und die Lieferketten zu verkürzen bzw. diese näher zur Fertigungsstätte oder zumindest auf den eigenen Kontinent zu holen.

Wir hatten im Komponentengeschäft kurzfristig mit drastisch erhöhten Transportkosten aus Fernost zu kämpfen – da ging es teilweise um den Faktor 10 und darüber. Der Schock sitzt noch tief, jetzt muss überlegt werden dies regional oder individuell/digital zu produzieren. Es wird aber auch einige Player geben, die dies relativ rasch vergessen und die bald wieder, auch bei nur geringen Preisvorteilen, das übliche Spiel von vorne beginnen.

Was muss der AM-Bereich jetzt tun, um sich besser zu positionieren?

Einfach dran bleiben und die bisherigen Themen weiter vorwärts bringen. Kurze Lieferwege, individualisierte Produkte, keine Werkzeugkosten, hochfeste Materialien mit entsprechenden Beständigkeiten gegen äußere Einflüsse, das sind die Themen.

Wie stellt Ihr Euch der Situation und wie positioniert Ihr Euch?

Wir sind Universalanbieter mit fast allen gängigen Technologien unter einem Dach. Das ist unser Alleinstellungsmerkmal
auf dem österreichischen Markt – nach wie vor. Wir können Kunden absolut unabhängig, je nach ihren Anforderungen, beraten – ohne dass wir sie dabei zu einer bestimmten Technologie drängen müssen. Unser Showroom bietet in Österreich die beste Übersicht über den gesamten Markt, von FDM mit Faserverstärkung, PEEK und ULTEM als Hochleistungskunststoffen, Polyamid-Pulvertechnologien wie z. B. Multijet – Fusion (auch in Farbe), Stereolithografie und die Markforged-Metalltechnologie. Alle Prozessketten sind bei uns in Betrieb und für Interessenten zu besichtigen.

Momentan suchen zahlreiche Unternehmen nach neuen Geschäftsideen oder Weiterentwicklungen. Wir können alle Kunden, auch schrittweise über Dienstleistungspartner, an das Thema digitale/individualisierte Fertigung heranführen und auch weiter begleiten – das hat uns schon in der Vergangenheit erfolgreich gemacht!

Jedenfalls blicken wir sehr zuversichtlich in die Zukunft: Wir haben im Juni mit der Erweiterung unserer Lagerhalle begonnen und bauen unser Bürogebäude komplett neu. Derzeit residiert unsere Verwaltung in einem Ausweichquartier, nur ca. 200 m von unserem ursprünglichen Standort entfernt. Im neuen Gebäude gibt es dann einen State-of-the-Art Showroom für unsere 3D-Drucker. Wenn alles nach Plan läuft, übersiedeln wir in das neue Lager bereits im Dezember, in das neue Gebäude im Mai!

Wir bedanken uns für das Gespräch.

Bernd Tröster, Geschäftsführer der Bibus Austria GmbH.
Der Neubau des Firmengebäudes geht zügig voran. Schon im Dezember soll das neue Lager bezogen werden und im Mai das neue Firmengebäude.


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