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voxel4U: Höchste Teilequalität vom Design bis zum endbearbeiteten Teil

: voxel4U


Die voxel4U GmbH, 3D-Druck-Startup im salzburgischen Abtenau, bietet die Herstellung von AM-Bauteilen vom Design bis zum Finish. Verschiedene Technologien und die räumliche Einbindung in einen renommierten Zerspanungsbetrieb gewährleisten höchste Teilequalität vom Design bis zum endbearbeiteten Teil. Von Georg Schöpf, x-technik

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Selbst filigranste und verschlungene Strukturen sind mit dem Multi Jet Fusion-Verfahren realisierbar. Das ermöglicht Funktionsintegration und zahlreiche Zusatzanwendungen.

Selbst filigranste und verschlungene Strukturen sind mit dem Multi Jet Fusion-Verfahren...

Wer träumt nicht davon, sein Hobby zum Beruf zu machen? Seit über acht Jahren beschäftigt sich Peter Weiss jetzt schon mit dem 3D-Druck. So hat sich im Laufe der Jahre ein beachtliches Arsenal an FDM-Systemen in seinem Hauslabor am heimischen Dachboden angesammelt. „Mich hat das Thema schon immer interessiert und irgendwann habe ich angefangen, selbst auszuprobieren, was damit möglich ist. Als ich merkte, dass da viel Potenzial darin steckt, habe ich vor etwa drei Jahren damit begonnen, für die Firma, für die ich beschäftigt war, Einsatzmöglichkeiten zu evaluieren. Bald hatte ich an die 30 Teile identifiziert, die durch Additive Fertigung besser gemacht werden könnten“, erzählt Weiss. Es wurden in Folge unterschiedliche Verfahren genutzt, um Komponenten und Teile über Dienstleister generativ fertigen zu lassen. Natürlich kam es auch zur Überlegung in eigenes Equipment zu investieren. Mehr als ein einfaches kleines FDM-Gerät wurde daraus allerdings nicht. Weiss hatte jedoch Feuer gefangen und wollte unbedingt mehr mit Additiver Fertigung machen. „Da war es schon ein Glücksfall, dass die Geschäftsführung der MTW-Metalltechnik in Abtenau, zu der bereits eine langjährige Geschäftsbeziehung bestand, ebenso an der Technologie interessiert war. So kam es dazu, dass wir mit Beteiligung der MTW im Januar dieses Jahres die voxel4U gründen und Robert Grünwald als Mitbeteiligten und Geschäftsführer für uns gewinnen konnten“ erzählt Weiss weiter. „Das war schon recht spannend. In meiner langjährigen Tätigkeit als Unternehmensberater, unter anderem auch für MTW, habe ich selten so viel Enthusiasmus gesehen, wie ihn Peter Weiss an den Tag gelegt hat“, erinnert sich Robert Grünwald und ergänzt: „Für mich war es der Einstieg in eine neue Welt. Aber vergleichbar mit dem Kaninchenbau in Alice im Wunderland hat mich das Thema gefesselt, weil mir klar wurde, welche Möglichkeiten und welches Potenzial sich hinter dem 3D-Druck verbergen.“

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Bei Funktionsteilen sind Clip-Anwendungen genauso realisierbar wie Federelemente.

Bei Funktionsteilen sind Clip-Anwendungen genauso realisierbar wie Federelemente.

Stärken und Schwächen abwägen

Als Leittechnologie setzt voxel4U das HP Multi Jet Fusion-Verfahren ein. „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, welches Verfahren wir einsetzen. Letztlich bringt jedes Verfahren seine Stärken und Schwächen mit. Überzeugt hat uns am Ende aber, dass mit dem MJF-Verfahren eine sehr gute Bauteilqualität bei extrem kurzen Durchlaufzeiten realisiert werden kann. Ebenso war mir wichtig, ein System zur Verfügung zu haben, mit dem sauberes Arbeiten möglich ist. Da hat sich HP mit der Processing Station für das Kühlen, Auspacken und Neubefüllen eine gute Lösung einfallen lassen. Was hinzukommt ist, dass durch die wechselbare Build-unit die Möglichkeit geschaffen ist, einen weiteren Baujob unmittelbar nach Fertigstellen eines Jobs anzuschließen, weil die Maschine nicht blockiert wird“, präzisiert Weiss. So wurde auch bereits am 7. Januar, also unmittelbar nach Beginn des operativen Geschäftsbetriebs des Startups, eine HP Jet Fusion 4200 mit Processing Station und zusätzlicher Build-unit in Betrieb genommen. Zusätzlich kam zeitgleich eine MHG-Strahlanlage für das Reinigen und Glasperlenstrahlen für das Oberflächenfinish dazu. Seine Heimat hat das junge Unternehmen in den Räumlichkeiten der MTW-Metalltechnik gefunden, was den AM-Experten zusätzlich einen direkten Zugriff auf zerspanende Nachbearbeitung sowie eine umfangreiche Messtechnik ermöglicht.

Gesamte Prozesskette verfügbar

„Wir sind durch die enge Zusammenarbeit mit MTW in der Lage, die gesamte Prozesskette abzubilden und unseren Kunden fertig endbearbeitete, einbaufertige und wenn erforderlich
assemblierte Teile zu liefern. Wenn gewünscht inklusive Messprotokoll, vollständiger Dokumentation und in der Wunschfarbe eingefärbt. Das heißt, wir begleiten unsere Kunden wirklich von der Produktidee bis zum fertigen Teil“, bemerkt Grünwald und vergisst nicht zu erwähnen, dass man dabei ist, in eine größere FDM-Anlage zu investieren, um in der kurzfristigen Herstellung von Einzelkomponenten zusätzliche Möglichkeiten zu bieten. „Wir haben FDM-Teile bislang auch schon mit angeboten, wollen aber auch da mit besserer Maschinentechnologie noch eine Stufe weitergehen, was Qualität und Präzision anbelangt. Damit können wir inhouse zum bewährten PA12 aus der MJF-Anlage auch die breite Palette der FDM-Werkstoffe anbieten. Zusätzlich sind wir in der Lage, über Partner weitere Verfahren wie Stereolithografie oder Laserschmelzen bereitzustellen“, schildert Weiss das Leistungsspektrum von voxel4U und lädt gleichzeitig ein, die Expertise des Unternehmens zu nutzen und die Möglichkeiten der Additiven Fertigung zu evaluieren, denn: „Die Additive Fertigung bietet oft Vorteile in Bereichen oder bei Komponenten, wo man es zunächst vielleicht gar nicht vermutet. Sei es Funktionsintegration, was einen möglichen Zusammenbauaufwand verringern kann bis hin zu Bauteiloptimierungen hinsichtlich Stabilität, Gewicht oder Funktion. Da gibt es zahlreiche Ansätze – man muss nur mit dem richtigen Blick hinschauen“, verspricht Weiss abschließend.


Selbst filigranste und verschlungene Strukturen sind mit dem Multi Jet Fusion-Verfahren realisierbar. Das ermöglicht Funktionsintegration und zahlreiche Zusatzanwendungen.
Bei Funktionsteilen sind Clip-Anwendungen genauso realisierbar wie Federelemente.
Mit einer zusätzlichen Build-unit (vorn im Bild) ist eine nahtlose Aneinanderreihung von mehreren Baujobs möglich.
Die MHG-Strahlanlage für das automatisierte Entpulvern und Glaskugelstrahlen ermöglicht ein effizientes Bauteilfinish.


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Im Gespräch

/xtredimg/2020/Additive%20Fertigung/Ausgabe297/22536/web/01_Bild_0237-neu_Kopie.jpgMaschinenbau-Know-how für die Additive Fertigung
Das 1964 gegründete Familienunternehmen Weirather Maschinenbau und Zerspanungstechnik GmbH beschäftigt derzeit 25 Mitarbeiter und beheimatet auf etwa 1.200 m² Betriebsfläche einen modernen Maschinenpark aus Dreh- und Fräsbearbeitungszentren, eine Montage und eine Qualitätssicherung. Das Entwicklungsteam besteht aus den beiden Geschäftsführern Günter und Albin Weirather und deren beiden Söhnen Mario und Patrick. Ein kleines, schlagkräftiges Team, das den Großen der Branche die Stirn bieten möchte. Das Interview führte Georg Schöpf, x-technik
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