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Vorrichtungen und Prüflehren schnell umgesetzt

: EVO-tech


Die Additive Fertigung hat ihren Weg aus dem reinen Prototyping auch in den Vorrichtungsbau gefunden. Unternehmen nutzen die Technologie, um schnell und einfach Betriebsmittel und Werkzeugkomponenten für die Serienproduktion herzustellen. So nutzt seit Kurzem auch die Metusan Metallwarenhandelsgesellschaft m.b.H. eine EVOlizer FDM-Maschine der EVO-tech GmbH zu diesem Zweck. Autor: Georg Schöpf / x-technik

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Die Herstellung von Haltevorrichtungen für das Trennen mehrfach gebogener Kupferrohre war das Einstiegsprojekt in die Additive Fertigung bei Metusan.

Die Herstellung von Haltevorrichtungen für das Trennen mehrfach gebogener Kupferrohre...

Seit über hundert Jahren gibt es die Metusan Metallwarenhandelsgesellschaft m.b.H. jetzt schon. Der Familienbetrieb mit Sitz im niederösterreichischen Wolkersdorf hat sich auf Messingdrehteile und Buntmetallkomponenten für den Heizungs-, Sanitär- und Solarbereich spezialisiert. Neben Standardkomponenten können auch ganze Baugruppen in kundenspezifischen Losgrößen und Konfigurationen von der Bemusterung bis zur Großserie bereitgestellt werden.

Auf über 17.000 m² Betriebsareal verarbeiten etwa 100 Mitarbeitern an CNC-Drehautomaten und modernen Bearbeitungszentren mit Roboterbestückung jährlich über 3.000 t Messing und artverwandte Legierungen.

Additive Fertigung als Alternative

Seit einem halben Jahr kommt bei Metusan auch ein EVOlizer FDM-Gerät der oberösterreichischen EVO-tech GmbH zum Einsatz. „Das Thema interessiert mich persönlich schon lange. Nach Abstimmung im Hause haben wir beschlossen zu evaluieren, ob 3D-Druck für unser Unternehmen einen Nutzen bringen kann“, schildert Christoph Gruber, Leiter Werkzeugbau und Lehrlingsausbildung bei Metusan, den Einstieg in die Additive Fertigung.

Dabei war von vornherein klar, dass die Additive Fertigung nur in den Bereichen Vorrichtungsbau und Herstellung von Betriebsmitteln und Hilfsmitteln infrage kommt. „Wesentlicher Ansatzpunkt war eine neue Maschine im Bereich Kupferrohrbearbeitung. Dort haben wir Biegeeinsätze benötigt, die weich genug sind, um die Kupferrohre nicht zu beschädigen. Für die Herstellung der Werkzeugeinsätze mit herkömmlichen Verfahren hätten wir zusätzlich Werkzeuge anschaffen müssen. Hinzu kommt, dass das Einmessen dieser zusätzlichen
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Halterungen können schnell und unkompliziert an die erforderliche Geometrie angepasst werden.

Halterungen können schnell und unkompliziert an die erforderliche Geometrie...

Werkzeuge zu weiteren Verzögerungen geführt hätte“, erklärt Gruber und führt weiter aus: „Solange es nur darum geht, bestehende Vorrichtungen in gleicher Weise zu ersetzen, oder ganz einfache Spannbacken herzustellen, ist man mit herkömmlichem Fräsen meist schneller. Sobald die Teile aber an Komplexität zunehmen oder eine komplette Neuentwicklung notwendig wird, ist man mit der Additiven Fertigung eindeutig im Vorteil.“

Zusatznutzen wird oft erst später erkannt

Oftmals ist beim Einstiegsprojekt noch nicht klar, wo die Additive Fertigung überall zum Einsatz kommen kann. „Im Falle von Metusan standen eine Vorrichtung für das Spannen von gebogenen Kupferrohren für den Zuschnitt im Vordergrund. Es wurde eine Formunterschale gebraucht, in die ein mehrfach gebogenes Rohr eingelegt wird. Anschließend presst ein Zylinder von oben ein Gegenstück an. Das so gehaltene Rohr kann dann sicher zum Trennen an ein Kreissägeblatt herangeführt werden“, schildert Markus Kaltenbrunner, Geschäftsführer der EVO-tech GmbH, das Einstiegsprojekt.

„Diese Halterung konnte viel schneller als üblich zum Einsatz gebracht werden. Die Bauzeit in ABS-Kunststoff betrug lediglich eine Stunde. Auch wenn wir neue Rohrgeometrien benötigen, können wir jetzt innerhalb kürzester Zeit passende Halterungen herstellen“, so Gruber.

Zusätzlich wurde der EVOlizer dazu verwendet, Prüflehren herzustellen, um dreidimensionale
Rohrgeometrien einfach im Produktionsverlauf kontrollieren zu können. „Diese Prüflehren hätten wir mit unseren bestehenden Maschinen gar nicht herstellen können. Wir hätten dazu eine 5-Achs-Fräsmaschine gebraucht. So konnten wir in nur 1,5 Stunden auf eine fertige Prüflehre zugreifen. Auch für die Qualitätssicherung ermöglicht uns die neue Maschine somit eine rasche Herstellung erforderlicher Betriebsmittel“, freut sich der Bereichsleiter.

Ersatzteile aus dem „Drucker“

Dass auch Ersatzteile für Maschinen und Anlagen, sowie eine Menge anderer Hilfsmittel mittlerweile mit der FDM-Maschine produziert werden, damit hat bei Metusan vor einem halben Jahr, als man den EVOlizer gekauft hatte, wohl niemand gerechnet. Das Anwendungsspektrum der Additiven Fertigung ist also weitaus größer als zunächst erwartet. Darüber freut sich Gruber sichtlich und meint abschließend: „wir sind gespannt, wo sich die Technologie noch hin entwickeln wird und was wir als nächstes mit dem Gerät machen werden. Für uns ist der EVOlizer jedenfalls eine lohnende Ergänzung im Maschinenpark und in EVO-tech haben wir einen Partner gefunden, der uns beim Einstieg in die für uns neue Technologie kompetent und zuverlässig begleitet hat.“

Die Herstellung von Haltevorrichtungen für das Trennen mehrfach gebogener Kupferrohre war das Einstiegsprojekt in die Additive Fertigung bei Metusan.
Halterungen können schnell und unkompliziert an die erforderliche Geometrie angepasst werden.
Auch bei der Herstellung von Prüflehren leistet der EVOlizer hervorragende Dienste. In nur 2,5 Stunden entstand dieses Exponat aus ABS.
Der EVOlizer bietet einen modularen Aufbau, der es sehr einfach ermöglicht, die wichtigen Komponenten wie Düsen, Druckkopf, Druckplattform, Filament und Elektronik auszutauschen. Dadurch kann das Gerät immer auf dem neuesten Stand der Technik gehalten werden.


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Bericht in folgender Kategorie:
Fused Deposition Modeling (FDM/FFF)

Im Gespräch

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Das 1964 gegründete Familienunternehmen Weirather Maschinenbau und Zerspanungstechnik GmbH beschäftigt derzeit 25 Mitarbeiter und beheimatet auf etwa 1.200 m² Betriebsfläche einen modernen Maschinenpark aus Dreh- und Fräsbearbeitungszentren, eine Montage und eine Qualitätssicherung. Das Entwicklungsteam besteht aus den beiden Geschäftsführern Günter und Albin Weirather und deren beiden Söhnen Mario und Patrick. Ein kleines, schlagkräftiges Team, das den Großen der Branche die Stirn bieten möchte. Das Interview führte Georg Schöpf, x-technik
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