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Großformatige, dichte Kanister aus Polypropylen mittels Additiver Fertigung bei Washtec Cleaning Technology GmbH

: Hage


Lange Zeit galt Polypropylen, gerade bei großen Bauteilen, aufgrund der starken Schwindung und der Schwierigkeit bei der Druckbetthaftung als unmöglich zu drucken. Hage3D hat das (scheinbar) Unmögliche möglich gemacht und verfügt seit vergangenem Jahr über den Prozess und die Maschine, um große Bauteile aus Polypropylen zu fertigen.

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Zusammen mit Hage3D wurde im Rahmen einer gemeinsamen Machbarkeitsstudie ein kundenindividuell gestaltbarer, lösungsmittelbeständiger und flüssigkeitsdichter Kanister aus PP (Polypropylen) gefertigt.

Zusammen mit Hage3D wurde im Rahmen einer gemeinsamen Machbarkeitsstudie ein...

Washtec ist der weltweit führende Anbieter von innovativen Lösungen rund um die Fahrzeugwäsche. Über 1.800 Mitarbeiter in mehr als 80 Ländern gestalten die Zukunft des Waschgeschäfts. Mit innovativen Produkten, Prozessen und Lösungen setzt das Unternehmen immer wieder neue Standards im weltweiten Waschgeschäft. Das macht Washtec nicht nur zum Weltmarktführer, sondern auch zum Innovationsführer im Bereich der Fahrzeugwäsche.

Maschinenbauqualität

Als solcher greift das Unternehmen natürlich auch auf innovative Technologien wie Additive Fertigung zurück. Anfangs probierte man es noch mit 3D-Druck-Dienstleistern, wobei aber vor allem die langen Lieferzeiten großvolumiger Bauteile als auch die Datenvertraulichkeit problematisch waren. Hinzu kam außerdem noch die Größeneinschränkung im SLS-Verfahren. Also sahen sich Dr. Andreas Sattler und DI Stefan Mayer von Washtec nach eigenen Maschinen um – und wurden schlussendlich bei Hage3D fündig. Die Gründe für die Entscheidung pro Hage3D waren laut Mayer wie folgt: „Hage3D ist einer der wenigen Hersteller, welcher Maschinen mit großem, temperiertem Bauraum herstellt. Aber auch die maschinenbauliche Ausführung unterscheidet sich deutlich von der Makerszene. Es ist nicht einfach ein kleiner Drucker, der größer skaliert wurde. Der solide Maschinenbau zeigt sich auch bei der Oberfläche der Bauteile. Es ist einfach echter Maschinenbau.“

Gemeinsam mit dem etablierten österreichischen Industrie 3D-Drucker-Hersteller wurde im Rahmen einer gemeinsamen Machbarkeitsstudie ein kundenindividuell gestaltbarer, lösungsmittelbeständiger und flüssigkeitsdichter Kanister aus PP (Polypropylen) gefertigt. Warum Polypropylen? „Bauteile aus PP sind einfach schwer kaputtzukriegen, die hohe
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Ansicht des Kanisters im Slicing Programm Simplify 3D.

Ansicht des Kanisters im Slicing Programm Simplify 3D.

Reißdehnung darf man nicht unterschätzen. Und hinsichtlich Kosten und chemischer Beständigkeit ist PP der optimale Werkstoff für uns“, erklärt Dr. Andreas Sattler. Gestartet war das Projekt bereits im Jahr 2017 bei einem informativen Gespräch auf der formnext. Laut Mayer war es auch ein großer Vorteil, dass Hage3D über ein eigenes Technikum verfügt, welches diverse Materialien testen und Prozesse entwickeln kann. Mittlerweile hat Washtec den Hage3D 140L im Unternehmen für diverse Anwendungen im Einsatz. Mayer fasst zusammen: „Das ist kein Spielzeug mehr, es ist eine Fertigungsmaschine. Der Druck mit PP ist komplex, aber mit Unterstützung des telefonischen Anwendersupports von Hage hat das gut geklappt.“

Polypropylen bestens geeignet

Einer – im Rahmen der Machbarkeitsstudie durchgeführten – Materialselektion verschiedener Polypropylene und anderer Kunststoffe folgte die Prozessentwicklung. Unabdingbar waren dabei, neben der Dichtheit und chemischen Beständigkeit des Kunststoffes, vor allem die Druckbetthaftung, eine gleichmäßige Bauraumtemperierung sowie geeignete Prozessparameter. So war beispielsweise die Fragestellung der Supportstrukturen sehr komplex. Trotz der vielfältigen und hohen Anforderungen konnten diese mit der Hage3D Maschine schon nach wenigen Druckversuchen gelöst werden. Einzig minimalste konstruktive Änderungen hinsichtlich Dichtheit und Verzug mussten zur Optimierung vorgenommen werden. Gleich nach der zweitägigen Inbetriebnahme samt Schulung durch einen Hage3D-Experten konnten die Anwender bei Washtec die Maschine bereits selbst bedienen und die ersten Teile drucken.

Neben der Fertigung von Kanistern ist der Hage3D 140L auch für diverse andere innerbetriebliche Anwendungen im Einsatz, wie Mayer
erklärt: „Eingesetzt wird die Hage3D-Maschine auch – abseits von PP – für verschiedene Bauteile wie Vakuumgreifer mit integrierten Kanälen, Auflagen für den Fügeprozess, Hilfsvorrichtungen, Abdeckungen und Verkleidungsteile, also in den Bereichen Fertigungstechnik und Fertigungshilfsmittel.“ Als nächster Schritt sind Funktionsbauteile für den Serienhochlauf und große Teile in der Serie unter 10 Stück geplant.

Ein ausführliches Interview mit DI Stefan Mayer und Dr. Andreas Sattler von Washtec finden Sie auf www.hage3d.com

formnext Halle 12.1, Halle E60

Zusammen mit Hage3D wurde im Rahmen einer gemeinsamen Machbarkeitsstudie ein kundenindividuell gestaltbarer, lösungsmittelbeständiger und flüssigkeitsdichter Kanister aus PP (Polypropylen) gefertigt.
Ansicht des Kanisters im Slicing Programm Simplify 3D.
Dr. Andreas Sattler (rechts) und DI Stefan Mayer von Washtec sind zufrieden mit der maschinenbaulichen Ausführung des Hage3D 140L.
Polypropylen ist mechanisch widerstandsfähig sowie chemisch Beständig und damit ein idealer Werkstoff für Behälterbau.
Im Hage3D 140L können die Washtec-Behälter nahezu in einem Stück produziert werden.


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