Fachverlag x-technik
search
 

Schließen

PDF


Erfahrungsbericht Fachingenieur Additive Fertigung

: Freyer


In diesem Jahr geht die Zusatzausbildung Lehrgang Fachingenieur Additive Fertigung VDI in die zweite Runde. Als einer der ersten Absolventen des Lehrganges erzählt Peter Glökler, Geschäftsführer der Freyer GmbH & Co. KG, von seinen Erfahrungen und welchen konkreten Nutzen er und sein Unternehmen aus der Ausbildung ziehen kann. Das Gespräch führte Georg Schöpf, x-technik

/xtredimg/2019/Additive%20Fertigung/Ausgabe258/17719/web/Freyer_(6).jpg
Eine wesentliche Erkenntnis des Lehrgangs ist, dass sich der Bereich der Additiven Fertigung in den nächsten Jahren immer weiter entwickeln und verbessern wird. Peter Glökler, Geschäftsführer bei der Freyer GmbH & Co. KG

Eine wesentliche Erkenntnis des Lehrgangs ist, dass sich der Bereich der Additiven...

Herr Glökler, Sie waren einer der ersten Absolventen des Lehrgangs zum Fachingenieur Additive Fertigung VDI. Wie war Ihr genereller Eindruck?

Die Dozenten, allesamt Experten jüngeren und mittleren Alters, sind selbst begeistert von den Möglichkeiten, welche die Additive Fertigung bietet. Diese Faszination ist spürbar und wird während des Lehrgangs transportiert.

Wurden Ihre Erwartungen erfüllt, oder sollten noch Themen und Inhalte ergänzt werden?

Der Lehrgang besteht aus Pflicht- und Wahlpflichtmodulen. Wie der Name schon sagt kann bei Letzteren eine Auswahl aus vorgeschlagenen Modulen getroffen werden. Während es bei den Pflichtmodulen konkret um Inhalte des additiven Bereichs geht, haben die Wahlpflichtmodule leider nicht immer so viel mit der Thematik zu tun. Hier wäre es schön, wenn konkretere Bezüge zur Additiven Fertigung hergestellt werden könnten. Beispielsweise wäre ein Wahlpflichtmodul wünschenswert, das die rechtlichen Aspekte der Additiven Fertigung behandelt.

Sind aus Ihrer Sicht die Inhalte nah genug an der Praxis? Können Sie die Inhalte direkt für Ihr Tagesgeschäft verwenden?

Die Dozenten des Lehrgangs haben oft eine eigene Additive Fertigung an ihrer Einrichtung, wenngleich meistens auch nur im Versuchsfeld. Dadurch war die Ausbildung
sehr praxisorientiert. Hierzu beigetragen haben auch die vielen Tipps und Verweise auf aktuelle Lösungen, die immer wieder gegeben wurden. Zur Brauchbarkeit der Lehrinhalte: Als Zerspaner haben wir seit neuestem einen Geschäftsbereich etabliert, der sich ausschließlich mit der spanenden Nachbearbeitung additiv gefertigter Teile beschäftigt. Wir sind nun in der Lage, schon während der Einbindung in den Produktentstehungsprozess hinsichtlich benötigter Geometrien oder Schnittstellen im Hinblick auf die Nachbearbeitung der Teile zu beraten.

Wird in der Ausbildung ein Überblick über die ganze Bandbreite der Verfahren und der Prozesskette gegeben, oder eher einzelne Facetten daraus?

Durch die Inhalte der Pflichtmodule wird die komplette Prozesskette behandelt. Man bekommt einen Überblick über additive Fertigungsverfahren für Metall und Kunststoff. Außerdem gibt es eine Einführung in die Konstruktion additiver Bauteile. Darüber hinaus wird die Implementierung additiver Fertigungsverfahren in der industriellen Praxis behandelt.

Wie wird in der Ausbildung mit Themen umgegangen, die in der Additiven Fertigung derzeit noch eher kritisch sind? Beispielsweise teilweise unzureichende Materialeigenschaften in Abhängigkeit der Prozessparameter, Ungenauigkeiten, Verzüge und ähnliches?

Immer wieder wird auf solche kritischen Punkte hingewiesen, bei denen es noch Optimierungsbedarf gibt. Allerdings werden auch Lösungen präsentiert, wie mit diesen Einflüssen derzeit erfolgreich umgegangen werden kann. Eine wesentliche Erkenntnis des Lehrgangs ist, dass sich der Bereich der Additiven Fertigung in den nächsten Jahren immer weiterentwickeln und verbessern wird.

Wenn Sie Ihre konventionelle Ingenieursausbildung zugrunde legen. Was ist bei der Ausbildung zum Fachingenieur AF anders?

Der Lehrgang findet in ganz Deutschland an den unterschiedlichsten Universitäten und Instituten bei den jeweiligen Experten statt. Man ist also viel unterwegs. Außerdem sind die Module über mehrere Monate hinweg verteilt. Wie beim Studium wird allerdings eine mündliche und schriftliche Abschlussprüfung gefordert, in welcher die Inhalte des Lehrgangs geprüft werden.

Abschließend: Würden Sie den Lehrgang noch einmal machen oder ihn weiterempfehlen?

Auf jeden Fall! Als Quereinsteiger, der von der Zerspanung herkommt und sich in den nächsten Jahren intensiver mit der Additiven Fertigung auseinandersetzen möchte, war der Lehrgang ein gutes Rüstzeug. Mit Hilfe des erworbenen Wissens sind wir nun in der Lage, additive Projekte zu bearbeiten, zu beraten oder eines Tages selbst eine Additive Fertigung bei uns im Haus aufzubauen.

Danke für das Gespräch!

Lehrgang Fachingenieur Additive Fertigung VDI

Der Zertifikatslehrgang vermittelt den Teilnehmern in 4 Pflicht- und 3 Wahlpflichtmodulen umfangreiche Kenntnisse rund um das Produktionsverfahren des Additiven Manufacturings. Die Weiterbildung thematisiert sowohl technische als auch wirtschaftliche, rechtliche und soziale Aspekte. In den Pflichtmodulen werden zunächst Grundlagenkenntnisse zu additiven Fertigungsverfahren erworben, die in den Wahlpflichtmodulen individuell vertieft werden können. Alle Teilnehmer erhalten ein anerkanntes VDI-Zertifikat, das die erworbenen Kenntnisse
bescheinigt und dazu berechtigt, den Titel Fachingenieur Additive Fertigung VDI zu führen.

Die insgesamt 7 Module des Lehrgangs können frei über einen Zeitraum von 2 Jahren absolviert werden. Damit bietet der Lehrgang maximale zeitliche und räumliche Flexibilität.

https://www.vdi-wissensforum.de/lehrgaenge/fachingenieur-additive-fertigung-vdi/



Bericht in folgender Kategorie:
Forschung und Lehre

Im Gespräch

/xtredimg/2019/Additive%20Fertigung/Ausgabe258/17719/web/Freyer_(6).jpgErfahrungsbericht Fachingenieur Additive Fertigung
In diesem Jahr geht die Zusatzausbildung Lehrgang Fachingenieur Additive Fertigung VDI in die zweite Runde. Als einer der ersten Absolventen des Lehrganges erzählt Peter Glökler, Geschäftsführer der Freyer GmbH & Co. KG, von seinen Erfahrungen und welchen konkreten Nutzen er und sein Unternehmen aus der Ausbildung ziehen kann. Das Gespräch führte Georg Schöpf, x-technik
Interview lesen >>

Newsletter abonnieren