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Die Kraft des seriösen Fachjournalismus

: x-technik


Interview mit Dr. Christoph Schumacher, Leiter Marketing und Unternehmenskommunikation der Arburg GmbH + Co KG, die von Anbeginn des Fachmagazins Additive Fertigung in nahezu jedem Heft vertreten war. Wir haben nachgefragt, wie Dr. Christoph Schumacher die Fachpresse, neue Medien und Veröffentlichungen im Allgemeinen sieht und welchen Stellenwert er diesen Themen speziell in Zeiten wie Corona beimisst. Das Interview führte Georg Schöpf, x-technik

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Dr. Christoph Schumacher, Leiter Marketing und Unternehmenskommunikation der Arburg GmbH & Co. KG.

Dr. Christoph Schumacher, Leiter Marketing und Unternehmenskommunikation der...

Herr Dr. Schumacher, Corona hat die Industrie und damit auch das Thema Marketing auf breiter Ebene getroffen. Wie hat das Ihr Tagesgeschäft beeinflusst?

Zunächst einmal vielen Dank für die kleine Aufmerksamkeit. Eine Urkunde für eine langjährige Kooperation bekommt man als Marketingverantwortlicher auch nicht jeden Tag. Sie belegt die kontinuierliche und gute Zusammenarbeit. Damit sind wir aber auch schon bei der Frage. Unser Tagesgeschäft hat in den letzten Monaten ganz klar an gewohnter Kontinuität verloren. Wo früher klare, langfristige Planung gefordert und auch möglich war, standen und stehen wir in diesem Jahr vor der Herausforderung, getroffene Entscheidungen – möglicherweise sogar im Halbtagesrhythmus – flexibel zu interpretieren oder sogar zu revidieren.

Wie geht es Ihnen damit?

Ich glaube, der Mensch generell und damit auch mein Team und ich, unterliegen dem, was ich gerne anthropologische Grundkonstanten nenne. Also tief im Verborgenen, weit unter der Oberfläche liegende Verhaltensleitplanken und Bedürfnisse, die manchmal offen, manchmal sehr versteckt in ihrer Grundstruktur immer wiederkehren. Dazu zählen neben einigen anderen wichtigen Punkten z.B. Sicherheit und die Verringerung von Komplexität. Beides Dinge, auf die wir in der Corona-Situation nicht zählen können. Und Sicherheit, Langfristigkeit und Vorausplanung sind derzeit eben nicht wie sonst möglich. Arburg schlägt sich aber hier extrem gut, wir haben diese Situation bisher durch ein gutes Arbeitsklima und klare Verhaltensrichtlinien
bewältigen können und wir sind weiterhin produktiv und effizient geblieben.

Wie wird sich die Situation Ihrer Meinung nach auf Themen wie Werbung, Anzeigen, Berichterstattung und Online-Medien auswirken?

Wir spüren schon, dass es im Markt Bestrebungen gibt, mehr im Online-Bereich zu machen. Ich selbst zähle natürlich altersgemäß zu den Digital Immigrants, nicht zu den Digital Natives und als solcher ist mir Papier immer noch genauso wichtig wie der Bildschirm. Ich bin überzeugt, dass es, speziell in konservativeren Branchen, noch eine ganze Weile dauern wird, bis sich der Umgang mit Online-Medien auf breiter Ebene durchgesetzt hat. Allerdings erleben wir derzeit einen ganz starken Schub in Sachen digitaler Kommunikation. Egal welcher Kanal und welche Darreichungsform, eines bleibt aber immer gleich wichtig: Ich vertraue auch in Zukunft stark auf die Kraft des seriösen Fachjournalismus.

Was genau bedeutet das für Sie?

Wir als Marketiers und Kommunikatoren brauchen den Counterpart des seriös analysierenden sowie nachhaltig und sinnvoll strukturierenden Journalismus. Und im Übrigen: die gemeinsame Zielgruppe auch. Die Zielgruppe heißt für den Journalismus: Leserinnen und Leser und für die Industrie: Kundinnen und Kunden. Immer mehr verfügbare Informationen, auf immer mehr Kanälen immer unterschiedlicher aufbereitet: Da braucht es Orientierung, Kommentar, Position, Gegenrede, kritische Beleuchtung und Verortung. Und das liefert gut gemachter, seriöser Fachjournalismus – genauso wie es gut gemachter allgemeiner Journalismus tut. Man redet hier nicht umsonst gerne von der „Vierten Gewalt“. Somit spielt der Fachjournalismus für mich eine wichtige Rolle bei der Bereitstellung gut aufbereiteter Informationen.

Arburg ist jetzt mit dem Freeformer schon seit 2013 auf dem Markt und hat durch die kürzliche Akquisition von German RepRap das Portfolio erweitert. Wo geht da die Reise hin?

Wir haben mit dem Freeformer ja schon recht früh ganz klar zum Thema Additive Fertigung Position bezogen. Als Unternehmen aus einer eher etwas konservativer agierenden Branche wie dem Kunststoffspritzguss war das schon eine Herausforderung. Es hat uns aber auch neue Möglichkeiten aufgezeigt. Nicht zuletzt war es erforderlich, das Thema Additive Fertigung auf der Marketingseite anders anzugehen, als wir es vom Spritzguss gewohnt waren. Das hilft uns aber durchaus auch, an der einen oder anderen Stelle neue Wege im Bereich Marcom zu beschreiten und neue Methoden und Ansätze auszuprobieren. Mit German RepRap haben unsere Inhaberfamilien ein weiteres Unternehmen gekauft, das uns beispielsweise im Bereich der Silikonmaterialien, aber auch der Einstiegstechnologien zusätzliche Möglichkeiten eröffnet. Dies werden wir zukünftig in unsere Kommunikationsstrategien einbinden. Man darf gespannt sein.

Was ist im Marketing für die Additive Fertigung anders?

Im Kunststoffspritzguss haben wir die Aufgabe, immer neue Wege zu finden, ein sich im Grunde nur langsam veränderndes, reifes Technologiespektrum immer wieder neu, modern und zeitadäquat, möglichst spannend darzustellen. Ich nenne das gerne Heavy Metal-B2B-Kommunikation. Das muss man gerne machen und gut können – es erfordert in Wahrheit allerdings viel Know-how und Kreativität. Bei der in dieser Hinsicht eher noch jungen Additiven Fertigung und den damit verbundenen raschen Veränderungen in Markt und Technologie sind die Anforderungen etwas anders. Hier müssen wir zusätzlich Neuigkeiten und Entwicklungen so verpacken, dass neben dem Neuigkeitswert auch Kontinuität im Unternehmen und damit Verlässlichkeit im Markt repräsentiert werden. Wir müssen in beiden Segmenten eben die anthropologischen Grundkonstanten kennen und bedienen – und das befruchtet die Arbeit auf beiden
Themengebieten. Aber wir sind absolut guter Dinge, dass uns das im Team und mit unserem Produktportfolio dauerhaft gelingen wird.

Wir bedanken uns für das Gespräch!


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