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Auspacken leicht gemacht

: Weirather


Im Umfeld der SLS-Technologie ist das Auspacken der Teile aus dem Pulverkuchen meist mit schmutziger Handarbeit verbunden. Die Firma Weirather bietet jetzt zusätzlich zu ihrer Lasersinteranlage die WES 60 Auspackstation, die das Entpacken sauberer, einfacher und effizienter gestaltet. Das nächste Glied in der Weirather Prozesskette. Von Georg Schöpf, x-technik

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Die WES 60 Auspackstation macht das Auspacken der Lasersinterteile und das Pulverhandling in der Nachbearbeitung einfacher und effizienter.

Die WES 60 Auspackstation macht das Auspacken der Lasersinterteile und das Pulverhandling...

Es geht Schlag auf Schlag. Nach dem die Tiroler Sondermaschinenbaufirma unter dem Label Weirather Laser Sintering auf der letzten Formnext ihre erste Lasersinteranlage WLS 3232 vorgestellt hat geht sie jetzt einen Schritt weiter in der Prozesskette. „Wir haben schnell verstanden, dass die Anwender mehr wollen als nur die Maschine, um die Bauteile zu erstellen. Die meisten wünschen sich eine durchgängige Prozesskette, zu der im Wesentlichen auch der Punkt Entpacken und Reinigen der Teile gehört“, sagt Günter Weirather, Geschäftsführer der Weirather Maschinenbau und Zerspanungstechnik GmbH und erklärt weiter: „Beim Kunststofflasersintern hat man es mit feinstem Kunststoffpulver zu tun. Meist erfolgt das Auspacken der Teile aus dem Pulverkuchen an einem Auspacktisch, der zwar oft über Absaugeinrichtungen und Rieselgitter verfügt, allerdings ist das Auspacken eine staubige Angelegenheit, bei der eine Verschmutzung der Umgebung nur schwer zu vermeiden ist. Das hat uns dazu bewogen, dafür Lösungen gleich mit zu entwickeln.“

Leise rieselt PA

Die erste Variante einer Auspackstation, die neue WES 60, die auf der diesjährigen formnext in Frankfurt vorgestellt wird, ermöglicht es, den Pulverkuchen mittels einer Transportbox aus der Maschine zu entnehmen und in die geschlossene Auspackstation zu schieben. In dieser wird das überschüssige Pulver, das frei abrieseln kann, zunächst durch eine Lochplatte nach unten abgeführt. Dies wird durch eine Schwingungsanregung der Lochplatte zusätzlich unterstützt. Der Innenraum der Anlage wird durch eine integrierte Absaugung komplett vom Pulverstaub befreit. Zugriffsöffnungen zum Innenraum können mit oder ohne Handschuhe ausgeführt werden und ermöglichen so den Zugang zu den Bauteilen. Ein zusätzlicher
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Absaugeinrichtung und schwingungsangeregte Lochplatte sorgen für ein schnelles und einfaches Entpulvern der SLS-Bauteile.

Absaugeinrichtung und schwingungsangeregte Lochplatte sorgen für ein schnelles...

Absaugschlauch erleichtert das Entfernen des Pulvers. Eine spezielle wartungsarme Filtertechnik sorgt dafür, dass eine Luftreinheit von 99,95 % gewährleistet wird. Damit bewegt sich die Auspackstation der Tiroler Technologieschmiede unter den Top-Systemen für das manuelle Entpacken von SLS-Teilen.

Pulvermanagement

Das abgesaugte Pulver wird in einem Sammelbehälter gelagert. Optional kann eine Sieb- und Mischstation integriert werden, die das Pulver aufbereitet und für den nächsten Baujob zur Verfügung stellt. Dabei wird sorgsam darauf geachtet, dass beim Sieben etwaige Verklumpungen aufgelöst werden und dadurch ein Maximum an Restpulver der Wiederverwertung zugeführt wird. „Je nach Material müssen dabei unterschiedliche Mischverhältnisse zwischen Alt- und Neupulver definiert werden, um gleichmäßig gute Ergebnisse zu erzielen. Auch hier lassen wir unseren Kunden die Freiheit, ihre eigenen Rezepturen zu ermitteln, helfen aber selbstverständlich bei der Definition von Standardmischungsverhältnissen. Erfahrungsgemäß ist aber auch das Mischen des Restpulvers ein wesentlicher Erfolgsfaktor für reproduzierbar gute Ergebnisqualität und beinhaltet oft viel Erfahrung der Anwender“, weiß Weirather.

Bedienerfreundlichkeit sehr wichtig

Das Be- und Entladen sowie der Transport zwischen SLS-Maschine und Auspackstation erfolgt dabei mit einem Wechselrahmenkonzept, das ein schnelles und einfaches Tauschen der Baujob-Behälter ermöglicht und so ein Maximum an Bedienerfreundlichkeit bietet. Dass
der gesamte Innenraum der Auspackstation gut beleuchtet ist, um ein ergonomisches Arbeiten zu ermöglichen, scheint in diesem Zusammenhang schon selbstverständlich.

Aber auch in der Maschinenentwicklung geht es weiter. „Bei der neuen Auspackstation allein wird es aber nicht bleiben. Wir sind gerade dabei, die WLS 3232 weiter zu modifizieren und eine noch tiefere Integration des Systems in die Prozesskette bereitzustellen. Das wird den Anwender künftig dabei unterstützen mit noch weniger Aufwand die Teile nach dem Baujob der Weiterverarbeitung zuzuführen. Wir gehen hier einen klaren Schritt Richtung Automatisierung von Fertigungsprozessen beim Lasersintern“, verrät Weirather augenzwinkernd, will aber noch nicht mehr verraten. Anwender dürfen sich aber auch bei der Auspackstation aus dem Hause Weirather auf das Ergebnis soliden Maschinenbaus und Anlagentechnik Made in Austria freuen.

formnext Halle 11.1, Stand E70

Die WES 60 Auspackstation macht das Auspacken der Lasersinterteile und das Pulverhandling in der Nachbearbeitung einfacher und effizienter.
Absaugeinrichtung und schwingungsangeregte Lochplatte sorgen für ein schnelles und einfaches Entpulvern der SLS-Bauteile.
Die WLS 3232 Lasersinteranlage wurd auf der letzten formnext vorgestellt und wurde im Markt gut angenommen.



Im Gespräch

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Interview mit Dr. Christoph Schumacher, Leiter Marketing und Unternehmenskommunikation der Arburg GmbH + Co KG, die von Anbeginn des Fachmagazins Additive Fertigung in nahezu jedem Heft vertreten war. Wir haben nachgefragt, wie Dr. Christoph Schumacher die Fachpresse, neue Medien und Veröffentlichungen im Allgemeinen sieht und welchen Stellenwert er diesen Themen speziell in Zeiten wie Corona beimisst. Das Interview führte Georg Schöpf, x-technik
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