Fachverlag x-technik
search
 

Schließen

PDF


AM-Nachbearbeitung in Raumfahrtqualität

: Freyer


Oft findet die zerspanende Nachbearbeitung in AM-Projekten noch wenig Beachtung. Die Freyer GmbH & Co. KG nutzt ihre Zerspanungsexpertise, um ihre Kunden auf dem Weg in die Additive Fertigung zu begleiten Von Georg Schöpf, x-technik

/xtredimg/2019/Additive%20Fertigung/Ausgabe257/17686/web/PIC00005_Body_mit_Cylinder_Bracket_und_Angle_Panels.jpg
Fräsbaugruppe für die Raumfahrt mit hoher Zerspanungsrate, die das Potenzial bietet, additiv gefertigt zu werden.

Fräsbaugruppe für die Raumfahrt mit hoher Zerspanungsrate, die das Potenzial...

Nicht jeder, der sich mit Additiver Fertigung beschäftigt, hat es mit Teilen für die Raumfahrt zu tun, bei denen es auf jedes Gramm ankommt. „Wir schon und zwar zu einem ganz großen Teil unseres Tagesgeschäftes“, kontert Martin Birkhold, Geschäftsführer der Freyer GmbH & Co. KG. Das Familienunternehmen, das mittlerweile in der dritten Generation von den Nachfahren des Firmengründers geleitet wird, hat seinen Ursprung im Bereich Feinmechanik, was für die Region Südschwarzwald bezeichnend ist. Schnell hat man sich als Lohnfertiger für hochpräzise Bauteile in Losgrößen zwischen einem und 200 Stück einen Namen gemacht. Dabei liegt die Spezialisierung auf Dreh- und Frästeilen, aber auch Blechteile und Baugruppenmontage werden angeboten. „Mittlerweile bieten wir Teile in einem sehr breiten Werkstoffspektrum für unterschiedlichste Industriezweige an. Besonders dann, wenn hohe Zerspanungsraten bei gleichzeitig höchster Präzision gefordert sind, kommt unsere Feinmechanik-Kompetenz besonders zum Tragen“, erklärt Birkhold. Anwendungs- und verfahrenstechnisch ist man bei Freyer immer bemüht, auf dem aktuellen Stand der Technik zu sein. So beschäftigt man sich im Unternehmen schon geraume Zeit auch mit den Möglichkeiten der Additiven Fertigung. Die wesentlichen Branchen, die Freyer bedient, sind Luft- und Raumfahrttechnik und Medizintechnik. „Dabei handelt es sich um tendenziell konservative Branchen. Das wirkt besonders im Bereich der Raumfahrt eher paradox, stimmt aber dennoch. Speziell in der Raumfahrt versucht man natürlich Gewicht zu sparen, wo immer nur möglich. Allerdings vertraut man dabei im Wesentlichen auf Technologien, die sich vielfach bewährt haben. Da zählt die Additive Fertigung noch nicht wirklich dazu, ungeachtet des Potenzials, das sie bietet“, bemerkt Peter Glökler, Mitgeschäftsführer bei Freyer und einer der ersten Absolventen der Ausbildung zum
/xtredimg/2019/Additive%20Fertigung/Ausgabe257/17686/web/Freyer_4227_g.jpg
Funktionsflächen müssen bei additiv gefertigten Teilen in der Regel zerspanend nachbearbeitet werden.

Funktionsflächen müssen bei additiv gefertigten Teilen in der Regel zerspanend...

Fachingenieur Additive Fertigung des VDI in Deutschland.

Erweiterung des Leistungsportfolios

Dennoch hat man bei Freyer das Thema Additive Fertigung mit ins Portfolio genommen. „Die Abwicklung von Projektaufträgen erfolgt momentan noch über Fertigungspartner. Die Anforderungen sind derart vielschichtig, dass es für ein Unternehmen unserer Größe und Projektbandbreite derzeit noch nicht sinnvoll ist, sich auf ein bestimmtes Verfahren festzulegen“, bemerkt Birkhold. „Wir haben vielmehr die Kompetenz im Bereich der Additiven Bauteilentwicklung aufgebaut. Speziell die Nachbearbeitung additiv gefertigter Bauteile birgt oft besondere Anforderungen. Unsere Kernkompetenz liegt in der Feinzerspanung. Dadurch wissen wir, worauf es in der Nachbearbeitung ankommt. Das hilft uns, bei der Teileentwicklung dieses Thema gleich mit zu berücksichtigen“, ergänzt Glökler.

Man versteht sich bei Freyer seit jeher als zentrale Schnittstelle für die Kunden. Die Unternehmensphilosophie lautet dementsprechend: Klein genug, um absolut flexibel zu sein und groß genug, um alles aus einer Hand bieten zu können. So versuchen die Feinmechaniker aus dem Schwarzwald ihre Bestandskunden aus der Zerspanung auch in die neue additive Welt mitzunehmen.

Unterstützung in der Bauteilentwicklung

„Wir greifen unseren Kunden bei den AM-Projekten auch in der Bauteilentwicklung und oft auch in der Konstruktion unter die Arme“, so Glökler. „Die meisten unserer Kunden benötigen noch Unterstützung, um die Potenziale
der Additiven Fertigung für ihre Anwendungsbereiche zu erschließen. Oft sind wir die ersten, die in der Projektierung auch die generativen Herstellungsmöglichkeiten zur Sprache bringen. Dann ist meist Aufklärungsarbeit erforderlich. Haben die Kunden die Möglichkeiten aber erst einmal verstanden, ergeben sich daraus oft viele neue Ansätze. Außerdem wird unseren Kunden schnell bewusst, dass sie von uns optimierte, additiv gefertigte Teile bekommen können, die zudem zerspanend endbearbeitet geliefert werden. Also wieder alles aus einer Hand“, fasst Birkhold abschließend zusammen.

Fräsbaugruppe für die Raumfahrt mit hoher Zerspanungsrate, die das Potenzial bietet, additiv gefertigt zu werden.
Funktionsflächen müssen bei additiv gefertigten Teilen in der Regel zerspanend nachbearbeitet werden.
Komplexe AM-Teile zerspanend nachzubearbeiten zählt zu den Stärken der Freyer GmbH & Co. KG.


Zum Firmenprofil >>


Bericht in folgender Kategorie:
Finish

Im Gespräch

Arburg.jpgDie Kraft des seriösen Fachjournalismus
Interview mit Dr. Christoph Schumacher, Leiter Marketing und Unternehmenskommunikation der Arburg GmbH + Co KG, die von Anbeginn des Fachmagazins Additive Fertigung in nahezu jedem Heft vertreten war. Wir haben nachgefragt, wie Dr. Christoph Schumacher die Fachpresse, neue Medien und Veröffentlichungen im Allgemeinen sieht und welchen Stellenwert er diesen Themen speziell in Zeiten wie Corona beimisst. Das Interview führte Georg Schöpf, x-technik
Interview lesen >>

Newsletter abonnieren